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Fanny
Lewald (1811-1889) – Künstlerin, Einzelkämpferin, Leitfigur. Vor
dem Hintergrund ihrer außergewöhnlichen Biographie und der
intensiven zeitgenössischen Rezeption ist es durchaus
verwunderlich, daß ihr Werk heute weitgehend vergessen ist. Fanny
Lewald, Tochter eines jüdischen Kaufmanns, war nicht nur eine
herausragende und charakterstarke Persönlichkeit, die mutig für
ihre Interessen eintrat, sie gehörte auch zu den Wegbereitern der
Emanzipation in einer Männerdomäne. Zentraler Wirkungsort war
Berlin. Es gelang ihr trotz heftiger äußerer Widerstände, sich
als Schriftstellerin und Salonnière eine Plattform für politisches
Handeln zu errichten und ein „weibliches Pendant“ zu den männlichen
Machtinstitutionen aufzubauen. Gleichzeitig bewahrte sie sich jedoch
ihre Weiblichkeit, verzichtete auf ein der damaligen Mode
entsprechendes männliches Pseudonym und fand sogar in der Ehe, die
von vielen Feministinnen um jeden Preis gemieden wurde, ein Gefühl
von Freiheit und Geborgenheit. Durch ihre gesellschaftliche und künstlerische
Stellung kam sie in Verbindung mit vielen renommierten
Schriftstellern wie Heinrich Heine, Gottfried Keller oder Theodor
Fontane.
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