Andrea Capovilla 

Entwürfe weiblicher
Identität in der Moderne
  
                               Milena Jesenská, Vicki Baum,
Gina Kaus, Alice Rühle-Gerstel

Studien zu Leben und Werk                               

192 S., Br.

22,00 €

ISBN: 978-3-89621-179-8

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Milena Jesenská (1896-1944) und Alice Rühle-Gerstel (1894-1943) wurden in Prag, Gina Kaus (1893-1985) und Vicki Baum (1888-1960) in Wien geboren. Die persönlichen und beruflichen Beziehungen zwischen den vier Frauen sind vielfältig und nahmen die Form von Kooperationen und gegenseitiger Unterstützung an: Baum brachte Kaus bei Ullstein heraus, Kaus plante vor dem sogenannten Anschluß Österreichs an das nationalsozialistische Deutschland, einen Verleger für Rühle-Gerstels einzigen Roman zu finden, Jesenská übersetzte Kaus ins Tschechische, Baum und Kaus schrieben in den USA zusammen ein Musical, um einige Beispiele zu nennen. Über dieses Netzwerk an Zusammenarbeit hinaus sind es vor allem strukturelle Korrespondenzen, die Verbindungen herstellen, die über biographische Zufälligkeiten hinausgehen. Jede dieser Frauen begriff wesentliche lebensgeschichtliche Entscheidungen und deren Literarisierung als Protest, vor allem gegen die Väter. Die unterschiedlichen Formen und Konsequenzen dieses Protests ergeben, miteinander gelesen, ein komplexes Bild weiblicher Identitäten in der Moderne nach 1900.

Andrea Capovilla, geboren 1963 in Bregenz, studierte Germanistik und Philosophie in Wien. Sie war nach der Promotion zunächst als Lehrbeauftragte an der Universität Wien und von 1995 bis 2000 an der Universität Oxford tätig. Gegenwärtig ist sie Fellow des Emmanuel College in Cambridge und Dozentin für neuere deutsche Literatur und Film.